Lösung für Mobilitätswende in der Fläche: Der ÖPNV wird jetzt auch auf dem Land elektrisch

• Neue Ladeinfrastruktur mit Schwungmassespeicher ermöglicht Wechsel auf E-Busse in der Fläche auch ohne Ausbau der Stromnetze
• Konsortium testet Pantographen-Schnellladestationen für Elektrobusse im ländlichen Raum in der Region Bensheim an der Bergstraße
• Adaptive Balancing Power aus Darmstadt liefert Schlüsseltechnologie
• Projekt „Buffered-HLL“ (zwischengespeichertes Hochleistungsladen) wird mit 2,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert

Mittelständische, gewerbliche Busunternehmen bilden im ländlichen Raum eine wichtige Säule des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Die Elektrifizierung entlang der Strecke stellt Stromnetzbetreiber und Verkehrsgesellschaften jedoch vor große Herausforderungen. Deswegen haben wir zusammen mit einem Konsortium aus Forschung und Wirtschaft mit dem Bau eines neuartigen Speicher- und Ladenetzes für Elektrobusse im ländlichen Raum begonnen. In Bensheim an der Bergstraße wird am Omnibus-Bahnhof (ZOB) eine neuartige Pantographen-Schnellladestation (High Power Charger) installiert, die eine sichere, wirtschaftliche und flexible Zwischenladung von Elektrobussen ermöglicht. Das Besondere: durch den Einsatz moderner Hochleistungs-Schwungmassespeicher können die E-Busse auch ohne Ausbau des Stromnetzes auf der Fahrstrecke geladen werden.

Lösung für die Mobilitätswende in der Fläche
Ziel des Buffered-HLL-Projektes ist daher der Aufbau und der Test der neuartigen Ladeinfrastruktur, die flexible Ladevorgänge im Busdepot und entlang der Strecke ohne massiven Netzausbau ermöglicht. Die Pantographen-Ladestation mit Nutzung des Hochleistungs-Schwungmassenspeichers wird ab September in Betrieb gehen. Die Testphase im regulären Fahrbetrieb ist auf 18 Monate angesetzt. Nach erfolgreichem Test soll das Infrastrukturmodell auch in andere Regionen übertragen werden.

„Durch den Einsatz unseres Speicher- und Ladesystems bieten wir Verkehrsbetrieben maximale Flexibilität und Verlässlichkeit. E-Busse können ihre Fahrtstrecke vervielfachen und jederzeit nach Bedarf eingesetzt werden unabhängig vom Ausbau des Stromnetzes“, erklärt unser Geschäftsführer Dr. Hendrik Schaede-Bodenschatz.

Starkes Konsortium für die Mobilitätswende
Zusammen mit uns setzen vier weitere Konsortialpartner das Projekt Buffered-HLL gemeinsam um. Konsortialführer ist das Unternehmen Isabellenhütte Heusler aus Dillenburg (Hessen), ein führender Hersteller von Messtechnikprodukten. Mit einer neuen Generation von Gleichstromzählern ermöglicht der Messspezialist eine eichrechtskonforme Erfassung der Energiemengen sowie eine cloudbasierte Bereitstellung aller gesammelten Daten, was eine intelligente und sichere Abrechnung gewährleistet.

Der Busbetrieb wird durch die Verkehrsgesellschaft Gersprenztal mbH (VGG) mit Sitz in Reichelsheim (Odw.) und Bensheim realisiert. Die VGG ist ein mittelständiges Unternehmen, das mit rund 180 Mitarbeitern und 90 Bussen ein ausgedehntes Streckennetz in den Landkreisen Bergstraße, Odenwald und Darmstadt-Dieburg betreibt.

Die CuroCon GmbH aus Zwingenberg realisiert die gesamte Leistungselektronik sowie die Kommunikation zwischen Ladeinfrastruktur und Bus. Der Ingenieurdienstleister verfügt über ausgiebige Erfahrung im Bereich von Ladeinfrastruktur und bei der High-Tech-Automation industrieller Anlagen und Anwendungen im stationären, mobilen und energetischen Bereich.

Das in Berlin ansässige unabhängige Reiner Lemoine Institut leistet die wissenschaftliche Begleitung des Projekts und hat bereits in Berlin Studien zur Elektrifizierung von Bussen durchgeführt. Das Team hat sich der anwendungsorientierten Forschung für die Energie- und Verkehrswende in Deutschland verschrieben. Es untersucht hier u. a., welche Auswirkungen die Schnellladungen auf das Stromnetz haben und wie eine wirtschaftliche Nutzung der Busse und Schnellladesäulen aussehen könnte. Die Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Nutzungsszenarien ist ebenfalls Gegenstand der Untersuchungen.

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